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Schlafstörung

Schlafstörungen, auch bekannt als Insomnie, sind ein weit verbreitetes Problem, das Menschen jeden Alters und Geschlechts betreffen kann. Sie äußern sich in verschiedenen Formen, wie z. B. Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen, vorzeitigem Erwachen oder einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus. Schlafstörungen können sowohl physischer als auch psychischer Natur sein und zu erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität führen.¹

Ursachen

Schlafstörungen haben verschiedene Ursachen. Einige der häufigsten Gründe sind Stress, Ängste, Depressionen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Schmerzen oder medizinische Erkrankungen wie Schlafapnoe. Darüber hinaus können auch Umweltfaktoren wie Lärm, Licht oder Temperatur den Schlaf nachhaltig beeinträchtigen. Manchmal entstehen Schlafstörungen auch aufgrund schlechter Schlafgewohnheiten, wie zum Beispiel unregelmäßige Schlafzeiten, übermäßiger Koffein- oder Alkoholkonsum oder exzessive Nutzung von Handy oder Laptop vor dem Schlafengehen.²

Diagnostik

Die Diagnose von Schlafstörungen beginnt in der Regel mit einer ausführlichen Anamnese, bei der der Arzt nach den Schlafgewohnheiten, dem Auftreten von Symptomen, der Lebensqualität und möglichen Stressfaktoren fragt. Oft ist es hilfreich, wenn der Betroffene ein Schlafprotokoll führt, in dem er über einen bestimmten Zeitraum hinweg seinen Schlaf und die damit verbundenen Faktoren dokumentiert.

Zusätzlich können spezielle Untersuchungen wie Polysomnographie (Schlafstudie), Aktigraphie (Messung von Bewegungsmustern) oder Elektroenzephalographie (EEG) zum Einsatz kommen. Diese werden in der Regel in einem Schlaflabor durchgeführt. Diese Tests können mehr Informationen über das Vorliegen von Schlafstörungen wie Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom oder sogar Narkolepsie liefern und somit bei der Diagnose und Behandlung sehr wichtig sein. Um der Öffentlichkeit bessere Einblicke in Ursachen von Schlafstörungen zu ermöglichen, veröffentlichte die Oberberg Gruppe im Auftrag der Oberberg Stiftung eine Längsschnittstudie zur Stressbelastung und Schlafgesundheit in Krisenzeiten. Der mehrteilige Ergebnisbericht namens "Schlaf- und Stressbarometer" wurde dabei als Instrument genutzt. Er ist auch als Schlaf- und Stressmonitor bekannt.³

Vorbeugung

Es ist wichtig präventive Maßnahmen einzuleiten, die dabei unterstützen, Schlafstörungen vorzubeugen und zu beheben. Dadurch lässt sich auch oft der Schweregrad abschwächen. Das Einführen einer regelmäßigen Schlafhygiene sowie eines Schlafrhythmus ist eines der wichtigsten Elemente. Dazu zählen feste Schlaf- und Aufwachzeiten, eine ruhige und bequeme Schlafumgebung, der Verzicht auf Koffein, Alkohol und schwere Mahlzeiten am Abend sowie das Vermeiden von elektronischen Geräten vor dem Schlafengehen.

Weitere wichtige Maßnahmen sind das Erlernen und Praktizieren von Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Meditation oder Atemübungen. Diese helfen dabei, sich komplett zu entspannen und auch im Kopf abzuschalten. Auch das Führen eines regelmäßigen Tagesrhythmus, bei dem Aktivitäten und Mahlzeiten zu festen Zeiten stattfinden, kann zur Verbesserung des Schlafs beitragen. Schließlich ist es auch wichtig, auf mögliche gesundheitliche Probleme, die Schlafstörungen verursachen können, zu achten und diese gegebenenfalls ärztlich behandeln zu lassen.

Behandlung

Die Behandlung von Schlafstörungen richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Schweregrad der Krankheit. In einigen Fällen kann die Anwendung von Entspannungstechniken oder die Verbesserung der Schlafhygiene bereits ausreichen, um die Schlafqualität zu verbessern. Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Schlafstörungen kann jedoch eine gezielte Therapie notwendig sein.

Eine gängige Behandlungsmethode ist die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (CBT-I). Die Technik dahinter versucht, negative Denkmuster sowie Verhaltensweisen in Bezug auf Schlaf zu verändern. Dazu gehört z.B. die Veränderung von negativen Gedanken, die Etablierung eines gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus oder das Erlernen von verschiedenen Techniken für mehr Entspannung.4

In manchen Fällen können auch Medikamente wie Schlafmittel oder Antidepressiva zur Linderung von Schlafstörungen eingesetzt werden. Allerdings sollten diese nur unter ärztlicher Aufsicht und nur über eine begrenzte Zeitspanne verwendet werden, um eine Abhängigkeit oder andere Nebenwirkungen zu vermeiden. Melatonin, ein Hormon welches den Wach- und Schlafrythmus des Körpers steuert kann in Form von Schlafkapseln vor dem Schlafen eingenommen werden. Dies hilft dabei einen tieferen Schlaf zuerlangen und schneller einschlafen zu können. Es ist auch wichtig zu wissen, dass der Darm und ein gesunder Schlaf direkt miteinander verknüpft sind.Es gibt eine Theorie, die besagt, dass ein guter Darm-Mikrobiom für eine Freisetzung von Neurotransmitter sorgt und diese beim Stressabbau und somit für einen besseren Schlaf sorgen.5

Sport und Schlafstörungen

Sport kann eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Schlafstörungen spielen. Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen, verbessert die Schlafqualität in der Regel deutlich. Dadurch wird Stress abgebaut, die Stimmung hebt sich und die körperliche Erschöpfung wird angeregt. Dies kann dazu führen, dass man einfacher einschläft und einen bärenfesten, erholsamen Schlaf hat.

Es ist jedoch wichtig, den richtigen Zeitpunkt für sportliche Aktivitäten zu wählen, da intensiver Sport am späten Abend den Schlaf eher beeinträchtigen kann. Dies liegt daran, dass er den Körper aufweckt und die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol begünstigt. Aus diesem Grund sollte man 2-3 Stunden bevor man schlafen geht, keinen Sport mehr machen.6

Einzelnachweise

1. Depressive Menschen schlafen anders

2. https://www.oberbergkliniken.de/krankheitsbilder/schlafstoerungen

3. https://www.oberbergkliniken.de/schlaf-stress-monitor

4. Verhaltenstherapie für einen besseren Schlaf

5. Sleep Well (Schlafkapseln mit Melatonin)

6. Vor dem Schlafen kein Sport

Siehe auch

· Muskelaufbau

· Kreatin

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