Eine Hantelbank ist ein Trainingsgerät des Kraftsports, das als stabile Liege- oder Sitzfläche für Übungen mit freien Gewichten (insbesondere Kurzhanteln und Langhanteln) dient. Typischerweise besteht sie aus einem gepolsterten Bankkörper (Liegefläche), einem tragenden Rahmen aus Metall oder seltener Holz/Verbundwerkstoffen sowie – je nach Ausführung – verstellbaren Elementen wie Rückenlehne, Sitzteil oder Aufnahmen für eine Langhantel. Im Fitnesskontext zählt die Hantelbank zu den Grundgeräten, weil sie zahlreiche Bewegungsmuster unterstützt: Drücken, Ziehen, Rudern, Stützen und Teile des Rumpftrainings.
Hantelbänke werden in kommerziellen Fitnessstudios, im Leistungssport und im Heimtraining eingesetzt. Ihre Funktion ist nicht auf eine bestimmte Übung beschränkt: Sie kann als Hilfsmittel zur Lastführung, zur Stabilisierung des Körpers und zur Standardisierung von Bewegungsabläufen dienen. In Kombination mit Hantelablagen, Sicherheitsarmen oder einem Rack-System wird sie außerdem als Basis für das Bankdrücken im Kraftdreikampf verwendet.
Geschichte
Die Entwicklung der Hantelbank ist eng mit der Geschichte des Krafttrainings und des organisierten Gewichthebens verknüpft. Frühe Formen des Krafttrainings im 19. Jahrhundert nutzten improvisierte Unterlagen oder einfache Liegen, um Drückbewegungen auszuführen. Mit der Verbreitung moderner Hantelsysteme und der Institutionalisierung des Kraftsports entstanden stabilere, speziell für das Drücken konzipierte Bänke.
Im 20. Jahrhundert gewann das Bankdrücken als eigenständige Kraftübung zunehmend an Bedeutung und wurde schließlich zu einer der drei Disziplinen im Kraftdreikampf (neben Kniebeuge und Kreuzheben). Diese sportliche Standardisierung beeinflusste auch das Design: Abmessungen, Höhe, Polsterung und die Integration von Ablagen wurden systematischer.
Parallel dazu entwickelte sich im Bodybuilding eine Vielfalt an Banktypen, um Trainingsreize zu variieren – etwa durch Schräg- und Negativbänke, die unterschiedliche Muskelanteile betonen. Im Heimfitness-Bereich führten platzsparende, klappbare und multifunktionale Bänke zu einer weiteren Verbreitung.1
Konstruktion und Funktionsprinzip
Eine Hantelbank erfüllt im Kern drei Aufgaben:
1. Lastübertragung: Das Körpergewicht und externe Lasten werden über die Polsterfläche auf den Rahmen und den Boden übertragen.
2. Stabilisierung: Eine robuste Konstruktion reduziert seitliche Bewegungen und ermöglicht kontrollierte Wiederholungen.
3. Positionierung: Durch definierte Auflagepunkte (Schultern, Rücken, Gesäß) wird die Körperhaltung reproduzierbar, was die Technikschulung erleichtert.
Wichtige Bauteile sind der Rahmen (meist Stahl), die Polsterung (Schaumstoff/PU mit Kunstlederbezug), rutschfeste Standfüße sowie gegebenenfalls Verstellmechanismen. Bei verstellbaren Modellen sind Raster- oder Stecksysteme verbreitet, die eine schnelle Anpassung erlauben.
Modelle und Typen
Hantelbänke lassen sich nach Funktion und Ausstattung unterscheiden:
- Flachbank: Feste, horizontale Liegefläche. Besonders stabil, häufig in Studios und im Kraftdreikampf.
- Schrägbank (Incline): Verstellbare Rückenlehne, meist von ca. 15° bis 85°. Ermöglicht Schrägbankdrücken und sitzende Schulterübungen.
- Negativbank (Decline): Abwärts geneigte Liegeposition; wird für Varianten des Drückens und für bestimmte Rumpfübungen genutzt.
- Verstellbank (Adjustable Bench): Kombiniert Flach-, Schräg- und teils Negativpositionen; populär im Heimtraining.
- Olympische Bank / Bankdrückstation: Integrierte Langhantelablage, oft mit Sicherheitsarmen. Für schweres Bankdrücken ausgelegt.
- Multifunktionsbank: Zusatzelemente wie Beincurler/-strecker, Dip-Griffe oder Zugmodule; bietet viele Optionen, ist jedoch nicht immer so stabil wie spezialisierte Studiobänke.
- Klappbank / Kompaktbank: Platzsparend, für kleinere Trainingsräume; Tragfähigkeit und Stabilität variieren stark.2
Typische Übungen und Trainingsbereiche
Die Hantelbank ist ein vielseitiger Übungsuntergrund. Zu den bekanntesten Übungen gehören:
- Bankdrücken (Langhantel/Kurzhantel): Primär Brustmuskulatur, vordere Schulter und Trizeps.
- Schrägbankdrücken: Schwerpunkt tendenziell stärker auf dem oberen Brustanteil und der vorderen Schulter.
- Kurzhantel-Flys: Brustmuskulatur, mit Fokus auf Dehnung und kontrollierte Bewegung.
- Schulterdrücken im Sitzen: Vordere und seitliche Schultermuskulatur, Trizeps; die Bank stabilisiert den Oberkörper.
- Rudern mit Kurzhantel (einarmig, abgestützt): Rücken, insbesondere Latissimus und mittlerer Rücken; die Bank dient als Stütze.
- Trizeps-Übungen: Etwa „Skull Crushers“ oder enges Drücken.
- Step-ups, Bulgarian Split Squats (als hintere Fußauflage): Beintraining, wobei die Bank als Höhen- bzw. Stützelement fungiert.
- Rumpfübungen: Sit-ups/Crunch-Varianten, Hip Thrusts (Bank als Schulterauflage) oder Plank-Variationen.3
Die Übungsauswahl zeigt, dass die Hantelbank nicht nur für Drückbewegungen genutzt wird, sondern als universelles Zubehör für zahlreiche Muskelgruppen dient.
Sicherheit, Technik und Ergonomie
Sicheres Training hängt wesentlich von Stabilität und korrekter Nutzung ab. Bei schweren Langhantelübungen sind Sicherheitsablagen oder ein Spotter empfehlenswert. Eine rutschfeste Aufstellung auf ebenem Boden, intakte Verschraubungen und eine unbeschädigte Polsterung reduzieren Unfallrisiken. Ergonomisch relevant sind die Polsterbreite, die Höhe der Bank (Einfluss auf Beinstellung und Stabilität beim Drücken) sowie die Griff- und Bewegungsfreiheit um die Bank herum.
Bei verstellbaren Bänken ist zudem wichtig, dass Verriegelungen vollständig einrasten, um ein plötzliches Absinken der Lehne zu verhindern.
Auswahlkriterien und Qualitätsmerkmale
Beim Kauf oder der Ausstattung eines Trainingsraums spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Maximale Belastbarkeit (Nutzergewicht + Trainingsgewicht) und Prüfnormen/Herstellerangaben
- Standfestigkeit (Rahmenkonstruktion, Fußbreite, Anti-Rutsch-Füße)
- Verstellbarkeit (Rückenlehnenwinkel, Sitzwinkel, Negativoption)
- Polsterqualität (Dichte, Griffigkeit, Strapazierfähigkeit des Bezugs)
- Maße (Länge/Breite, Bankhöhe, Transportrollen, Klappmechanismus)
- Kompatibilität mit Racks, Hantelablagen oder Sicherheitsarmen
In der Praxis gilt: Je höher die angestrebten Trainingsgewichte, desto wichtiger sind Stabilität und klare Herstellerangaben zur Belastung.
Pflege und Wartung
Regelmäßige Wartung erhöht Lebensdauer und Sicherheit. Dazu zählen das Nachziehen von Schraubverbindungen, das Prüfen von Schweißnähten und Verstellmechaniken, sowie das Reinigen des Bezugs (insbesondere im Studiobetrieb aus hygienischen Gründen). Beschädigte Polster oder instabile Bauteile sollten zeitnah ersetzt werden, da sie die Trainingssicherheit beeinträchtigen können.
Bedeutung im Kraftsport und in der Trainingskultur
Die Hantelbank ist sowohl Symbol als auch Werkzeug des Krafttrainings. Im Leistungssport steht sie für messbare Kraftentwicklung und standardisierte Wettkampfausführung; im Fitnesstraining gilt sie als „Grundgerät“, das Einsteiger wie Fortgeschrittene vielseitig einsetzen können.
Durch ihre Kombinierbarkeit mit freien Gewichten ermöglicht sie eine große Bandbreite an Trainingszielen – von Muskelaufbau über Kraftsteigerung bis hin zu allgemeiner Fitness und funktioneller Stabilität.4
Einzelnachweise
1. Mehr Infos zum Thema Hantelbank
2. Hantelbank
3. Übungen auf der Hantelbank
4. Die Bedeutung der Hantelbank im Kraftsport






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