Hallo Maria
Ich habe schon so ziemlich alle möglichen Kampfsportarten ausprobiert:
Wing Chun, Eskrima, Aikido, Krav Maga, Judo, Japanisches Jiu Jitsu, Brasilianisches Jiu Jitsu, Boxen, Ringen, Thaiboxen, Sanda, MMA
Ausserdem habe ich meinen obligatorischen Militärdienst (Schweizer) bei der Militärpolizei geleistet.
Grundsätzlich kann ich dir drei Dinge auf den Weg geben:
1. Du musst unbedingt mehrere Studios ausprobieren. Lass dich nicht in eine Mitgliedschaft beim erstbesten Studio drängen. Ich rate dir, bei mindestens 3 Orten reinzuschnuppern und zu schauen, ob die Atmosphäre gut ist und ob dir die Techniken realistisch erscheinen. Geh einfach mal ins Probetraining bei allen Kampsportarten, die dich interessieren.
2. Da du schon schreibst, dass dich Choreographien nicht interessieren vermute ich, dass dieser Punkt, auch wenn ihn viele Leute nicht hören wollen, für dich ziemlich intuitiv sein wird:
Um dein Selbstvertrauen zu stärken und deine Fähigkeiten für einen realistischen Fall zu verbessern, musst du auf jeden Fall eine Vollkontaktsportart wählen. Vollkontakt schliesst alle "gröberen" Kampfsportarten ein, also beispielsweise Judo, Boxen, MMA, etc.
Hauptsache es sind Sportarten/Studios, bei denen man Sparring machen kann. Wenn ein Studio kein Sparring macht, melde dich nicht an! Sparring ist mit Abstand das wichtigste Element des Trainings, denn dort erfährst du, ob deine Techniken tatsächlich funktionieren. Ohne Sparring bleibt alles nur Theorie, was du dir über Monate oder Jahre antrainierst. Im Ernstfall wirst du nicht vorbereitet sein. Ich selbst musste das leider auf die harte Tour lernen, nachdem ich Jahrelang mehrmals pro Woche Wing Chun trainiert habe.
3. Da nur Vollkontaktsportarten in Betracht gezogen werden sollten, ist die nächste Frage, wie viel Zeit du investieren willst. Es ist ein Unterschied ob du komplett in diese Welt eintauchen und 6 mal die Woche trainieren willst, oder nur 1 mal. Wenn du beispielsweise 1 mal trainieren willst, macht es wenig Sinn, sich im MMA anzumelden. Es gibt dort tausende Techniken und mit einmal pro Woche dauert es Monate, bis man mal die Grundlagen kennt.
Meine Empfehlung (wie gesagt, probier am besten alles aus was dich anspricht):
Wenn du 1-2 mal gehst: Boxen, Kickboxen, Thaiboxen, Judo, etc. Sportarten, bei denen man die Grundlagen schnell gelernt hat.
Wenn du 3+ mal gehst: BJJ, MMA, Grappling, etc. Alternativ kannst du natürlich auch mehrere Kampfsportarten gleichzeitig trainieren...
Hoffentlich konnte ich dir weiterhelfen. Viel Spass beim Training und gratuliere zur Entscheidung, mit Kampfsport anzufangen. Es gibt wenig, was einem so viel zurückgibt!
Simon
simonniklaus.com
PS: Krav Maga ist grundsätzlich nicht schlecht, aber es kommt sehr auf das Studio an. Manche trainieren sehr realistisch, also mit Sparring und Stressdrills, andere sind extrem realitätsfern. Da hilft nur ausprobieren und selbst eine objektive Einschätzung vornehmen.